John Chikago

Der Emotiograph John Chikago (geb. 1944) wuchs in einem liberalen Pädagogenhaushalt auf. Schon als Teenager schenkte ihm sein Vater einen Fotoapparat mit den Worten „Schau, dass Du ihn parallel zur Erdoberfläche hältst, dann klappt das schon.“

Als Mitte der 60er Jahre die Beatniks die Freiheit des Geistes und der Liebe ausriefen, dämmerte es John, was die Kamera seines Vaters möglich machen würde. Damit konnte er seine Erlebnisse in konkreten Momentaufnahmen festhalten anstatt nur in diffusen, langsam zerbröckelnden Erinnerungen. Also nahm er seine Kamera und begann, seine Eindrücke dieser gesellschaftlichen Veränderungen zu dokumentieren.

Zunächst war die Fotografie eine reine Zeitverschönerungsmaßnahme neben Johns Studium. Denn der „naturwissenschaftlich so begabte junge Mann“, wie ihn einige seiner Lehrer nannten, war einfach prädestiniert für eine Karriere in der Industrie. Tatsächlich wurde der Hobbyfotograf, noch bevor er sein Studium beendete, von einem Energiekonzern angeworben. Als er nach 2 Jahren bei diesem Unternehmen bereits einen eigenen Chauffeur hatte, kamen John Zweifel, ob er hier richtig ist. Eigentlich trug er doch lieber Kamera statt Anzug. Also kündigte er, gründete einen Fotoverlag und gab Anfang der 70er Jahre die erste Zeitschrift in Deutschland heraus, in der es ausschließlich um Fotografie ging.

Von Technik verstand John Chikago nichts. Dafür umso mehr von der Magie des Moments. Und so entstanden Bilderwelten, die das einzigartige Lebensgefühl einer Zeit widerspiegeln, in der alles etwas einfacher, unkomplizierter und natürlicher war. Jedenfalls meinten das die Beatniks. Für John Chikago hat jedes seiner Bilder eine eigene, meistens amüsante, skurrile, manchmal auch tragische Geschichte. Nach und nach wird es diese Stories im Umfeld der Bilder auf WWYD zu lesen geben.